Saisonkalender der Hochzeitsblumen
Klicken Sie auf Ihren Hochzeitsmonat: Der Saisonkalender zeigt, welche Blumen dann Saison haben, was das für Ihr Budget bedeutet – und welche Alternativen es für Wunschblumen außerhalb der Saison gibt.
Mehr zum Sparen mit Saisonblumen im Ratgeber Saisonblumen zur Hochzeit, zu Preisen unter Hochzeitsfloristik Kosten – oder direkt zum Budgetrechner.
Warum die Saison über Preis und Qualität entscheidet
Der Kalender oben zeigt Ihnen, was wann verfügbar ist. Interessanter ist die Frage dahinter: Warum kostet dieselbe Blume im Mai die Hälfte von dem, was sie im Januar kostet — und warum hält sie im Mai auch noch länger? Wer den Weg einer Schnittblume vom Feld bis zur Vase auf dem Hochzeitstisch einmal nachvollzogen hat, trifft bei der Sortenwahl deutlich souveränere Entscheidungen.
Wie der Schnittblumenmarkt tatsächlich funktioniert
Ein großer Teil der Blumen, die in deutschen Floristikbetrieben verarbeitet werden, läuft über die niederländischen Blumenauktionen. Dort werden Partien im sogenannten holländischen Verfahren versteigert: Die Uhr läuft von einem hohen Preis abwärts, der erste Bieter, der drückt, bekommt den Zuschlag. Der Preis entsteht also jeden Morgen neu aus Angebot und Nachfrage. Ist eine Sorte gerade knapp — weil die Saison in Europa vorbei ist, weil eine Kälteperiode die Ernte verzögert hat oder weil ein Feiertag die Nachfrage hochtreibt —, steigt der Einkaufspreis Ihres Floristen unmittelbar. Rund um Valentinstag und Muttertag ist dieser Effekt für jeden im Handel spürbar.
Was in Europa nicht wächst, kommt per Luftfracht und Kühltransport aus Ostafrika, Äthiopien, Kolumbien oder Ecuador. Diese Ware ist häufig technisch sehr gut — die Betriebe dort arbeiten professionell —, aber sie hat vor dem Eintreffen in Ihrer Location bereits eine lange Kühlkette hinter sich. Jede Unterbrechung dieser Kette kostet Vasenleben. Zur Umweltseite dieser Lieferwege lesen Sie nachhaltige Hochzeitsfloristik.
Frische ist kein Gefühl, sondern Haltbarkeit im warmen Saal
Eine Hochzeit ist für Blumen ein harter Einsatzort. Der Aufbau beginnt oft am Vormittag, gefeiert wird bis spät, dazwischen liegen Sonne auf der Terrasse, Kerzen auf den Tischen und ein Saal, der sich mit hundert Gästen aufheizt. Eine Blume, die kurze Transportwege hinter sich hat und beim Floristen zwei Tage kühl konditioniert wurde, geht mit vollen Wasserreserven in diesen Tag. Eine Blume, die eine Woche unterwegs war, hat diese Reserven schon teilweise verbraucht — sie sieht am Morgen tadellos aus und lässt am Abend die Köpfe hängen. Saisonalität ist deshalb nicht nur eine Preisfrage, sondern eine Frage der Standfestigkeit.
Was „Saison“ in Deutschland konkret bedeutet
Der Begriff wird unsauber verwendet. Sinnvoll ist die Unterscheidung zwischen Freiland und Gewächshaus. Freilandware wächst im natürlichen Rhythmus: Tulpen und Narzissen im Frühjahr, Pfingstrosen in einem sehr kurzen Fenster um Mai und Juni, Dahlien, Zinnien und Cosmeen im Spätsommer bis zum ersten Frost. Diese Ware ist zu ihrer Zeit reichlich vorhanden, günstig und oft besonders duftend. Gewächshausware — ein großer Teil der Rosen, Nelken, Chrysanthemen, Gerbera und Lisianthus — ist ganzjährig verfügbar, weil Licht und Wärme gesteuert werden; sie ist dafür in der dunklen Jahreszeit energieintensiver und entsprechend teurer.
„In der Saison“ heißt also im besten Fall: aus europäischem Freiland, in dem Monat, in dem die Pflanze ohnehin blüht. Welche Sorten das für Ihren Hochzeitsmonat sind, listet die Übersicht Saisonblumen zur Hochzeit.
Ein realistischer Zeitplan
Neun bis zwölf Monate vor der Hochzeit lohnt es sich, den Floristen anzufragen — gute Betriebe nehmen an einem Samstag im Hochsommer nur eine begrenzte Zahl von Hochzeiten an, und beliebte Termine sind früh vergeben. In diesem Gespräch geht es noch nicht um Sorten, sondern um Stil, Farbwelt, Umfang und Budgetrahmen.
Etwa sechs Monate vorher steht das Konzept: Farbpalette, Anzahl der Arrangements, Mietartikel, Ablauf mit Aufbau und eventuellem Umbau. Rund zwei bis drei Monate vorher werden die Sorten konkret — jetzt ist absehbar, wie die Saison läuft. Die verbindliche Bestellung beim Großhandel erfolgt schließlich wenige Wochen bis Tage vorher, weil erst dann klar ist, was in welcher Qualität am Markt ist.
Plan B gehört in den Vertrag
Kein Florist der Welt kann eine bestimmte Sorte in einer bestimmten Farbe für einen bestimmten Tag garantieren. Ein später Frost, eine Hitzewelle, ein verzögerter Flug — und die Wunschsorte fehlt oder ist qualitativ nicht brauchbar. Deshalb sollte in jedem Angebot eine Klausel zum Sortenwechsel stehen: Der Florist darf im Ausnahmefall gegen eine gleichwertige Sorte in derselben Farb- und Formsprache tauschen. Akzeptieren Sie diese Klausel. Sie schützt Sie davor, dass jemand aus Vertragstreue schlechte Ware verarbeitet.
Praktisch hilft es, wenn Sie mit Ihrer Floristin nicht in Sortennamen, sondern in Farben, Formen und Wirkung sprechen — „viele kleine, gefüllte Blüten in Altrosa, dazu weiches Grün“ lässt sich in jedem Monat umsetzen, „genau diese eine Pfingstrosensorte“ nicht. Wo genau die Unterschiede zwischen zwei ähnlich wirkenden Klassikern liegen, zeigt der Vergleich Pfingstrosen oder Ranunkeln.
Die sichere Basis: ganzjährig verfügbare Sorten
Es gibt eine Gruppe von Blumen, die praktisch immer in guter Qualität zu bekommen ist und sich hervorragend als Grundgerüst eignet: Rosen in vielen Farben, Lisianthus mit seiner rosenähnlichen, aber leichteren Blüte, Nelken — längst rehabilitiert und in modernen Sorten sehr elegant —, Chrysanthemen, Gerbera sowie Grün wie Eukalyptus, Pistazie, Ruscus und Farn. Wer dieses Fundament setzt und die saisonalen Highlights des jeweiligen Monats als Akzent darüberlegt, bekommt ein Konzept, das preislich kalkulierbar bleibt und trotzdem nach dem Monat aussieht, in dem gefeiert wird. Was das für Ihre Summe bedeutet, rechnen Sie im Budgetrechner durch.
Häufige Fragen zum Saisonkalender
Warum sind Saisonblumen zur Hochzeit günstiger?
Saisonblumen zur Hochzeit günstiger zu bekommen ist logisch: kurze Transportwege, große Verfügbarkeit und stabile Qualität senken den Einkaufspreis des Floristen.
Welche Blumen haben fast das ganze Jahr Saison?
Fast das ganze Jahr Saison haben Rosen, Gerbera, Chrysanthemen und Eukalyptus als Beiwerk – sie sind die verlässliche Basis vieler Hochzeitssträuße.
Gibt es Pfingstrosen auch im Herbst?
Pfingstrosen auch im Herbst sind nur als teure Importware erhältlich; optisch sehr ähnlich sind gefüllte Ranunkeln (ab Winter) oder Gartenrosen wie «Peony-Look»-Sorten.
Wann sollte ich die Blumen für die Hochzeit bestellen?
Die Blumen für die Hochzeit bestellen Sie idealerweise 6–9 Monate im Voraus beim Floristen; die konkrete Sortenwahl kann saisonbedingt bis wenige Wochen vorher flexibel bleiben.
Funktioniert der Kalender auch für Standesamt und freie Trauung?
Der Kalender auch für Standesamt und freie Trauungen nutzbar – die Saison der Blumen ist dieselbe, nur der Umfang der Floristik unterscheidet sich.